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Datum: 17.08.2018
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Therapie Aktiv – Diabetes im Griff

Träger: Österreichische Sozialversicherung, Steiermärkische Gebietskrankenkasse
Region: Österreich
Handlungsempfehlung: Ausweitung und Weiterentwicklung des Disease-Management-Programms Therapie Aktiv

„Therapie Aktiv – Diabetes im Griff“ ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm für Typ 2 Diabetiker/innen mit dem Ziel, für chronisch Kranke eine kontinuierliche und qualitativ hochwertige Versorgung nach dem neuesten Stand der Wissenschaft zu organisieren. Das Programm baut auf einer Kooperation mit niedergelassenen Ärztinnen/Ärzten für Allgemeinmedizin und Fachärztinnen/ärzten für Innere Medizin auf. Erreicht werden soll eine Verlängerung des Lebens bei guter Gesundheit.

Bereits im Jahr 2003 wurde die Steiermärkische Gebietskrankenkasse in einem Innovationsprojekt vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger mit der Erarbeitung der Komponenten eines Disease Management Programms (DMP) für Patientinnen/Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 beauftragt.

  • Qualitätsmanagement:
    Einmal jährlich erstellt die Ärztin / der Arzt von jeder / jedem im DMP eingeschriebenen Patientin / Patienten eine Dokumentation. Die medizinischen Daten werden in Feedbackberichten analysiert und den behandelnden Ärztinnen / Ärzten zur Verfügung gestellt. Durch die jährliche Auswertung der administrativen und pseudonymisierten medizinischen Daten soll eine laufende Verbesserung des Programms und der Behandlungsqualität erreicht werden.
  • Patientenempowerment:
    Ein wichtiger Bestandteil des Programms ist die Motivation der Patientinnen / Patienten zu mehr Eigenverantwortung. Eingeschriebene Patientinnen / Patienten erhalten ein Handbuch, in dem der Verlauf der Krankheit erläutert wird und wertvolle Tipps zum Umgang damit gegeben werden. Weiters informieren Broschüren und Plakate über verschiedene diabetesrelevante Schwerpunkte. Ein wichtiger Teil sind Patientenschulungen, in denen Diabetikerinnen / Diabetikern in Gruppenveranstaltungen der Umgang mit der Krankheit nähergebracht wird.
  • Aus- und Fortbildung der Leistungserbringer/innen:
    Die verpflichtende Ausbildung der DMP-Ärztinnen /-Ärzte ist in das Diplomfortbildungsprogramm der Österreichischen Ärztekammer integriert. Innerhalb der ersten 3 Jahre im DMP sind diabetesspezifische Fortbildungen zu absolvieren.
  • Organisationsmanagement:
    „Therapie Aktiv“ wird in allen 9 Bundesländern, allerdings in unterschiedlicher Intensität, umgesetzt. In jedem Bundesland gibt es eine Stelle zur Administration des Programms, welche die Einschreibung der Ärztinnen / Ärzte und Patientinnen / Patienten sowie die regionale Organisation abwickelt.
  • Leitlinienimplementierung und Dissemination:
    In Zusammenarbeit mit der Österreichischen Diabetes Gesellschaft wurde ein Arzthandbuch erstellt, in dem der gesamte Behandlungspfad dargestellt ist.
  • Evaluation:
    Da es bei „Therapie Aktiv“ um die Verhinderung bzw. Verzögerung von Langzeitfolgen von Diabetes geht, muss auch eine Evaluierung entsprechend langfristig ausgelegt sein. 2016 erschien die Publikation der Medizinischen Universität Graz, welche dem Programm ausgezeichnete medizinische Effektivität (Primärziel Mortalität: -35%) wie auch die Reduktion der Gesamtkosten (-25%) gegenüber der Kontrollgruppe bescheinigt.
  • Datenmanagement und Informationssysteme:
    Es wurde eine Softwarelösung zur Administration entwickelt, die österreichweit im Einsatz ist. Es erfolgt eine Trennung in administrative und medizinische Daten, wobei die Speicherung der medizinischen Daten ausschließlich pseudonymisiert erfolgt.
  • Finanzierung und Honorierung:
    Die strukturierte Behandlung in „Therapie Aktiv“ wird von der Sozialversicherung finanziert und in den meisten Bundesländern durch die Gesundheitsplattformen kofinanziert.

Derzeit sind 1.533 Ärztinnen/Ärzte und 60.010 Patientinnen/Patienten in „Therapie Aktiv“ eingeschrieben (Stand: 15.5.2017). Aktuelle Zahlen und Informationen können unter http://diabetes.therapie-aktiv.at nachgelesen werden.

Die Präsentation der „Österreichischen Diabetes-Strategie“ des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen hat gezeigt, dass durch die Vernetzung von Experten und Stakeholdern aus dem Bereich Diabetes sowohl eine inhaltliche Weiterentwicklung als auch eine größere Verbreitung des Programms erreicht werden kann.


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